Wer bestimmt dein Kaufverhalten?

Posted on by Familienlandsitze.

Der Kapitalismus als marktwirtschaftliches Grundprinzip hat es uns in den letzten Jahrhunderten ermöglicht uns zu spezialisieren und zu Kooperation angeregt. Dieses Prinzip hatte bis heute einen fortwährenden Anstieg unserer Produktionskapazitäten zur Folge und einen Anstieg des "Wohlstands" in den Industrienationen. Heute leben wir im Überfluss, wir verfügen über mehr Möglichkeiten der Unterhaltung als je zuvor, unsere Produktion von Lebensmitteln und anderen Gütern sind auf einem nie da gewesenen Niveau.

Leider gibt es dabei aber ein gewaltiges Problem. Im kapitalistischen Markt gilt nur ein Prinzip, nämlich Akkumulation (Die Vermehrung von Kapital). Dabei ist es egal wodurch Profit erwirtschaftet wird, solange es Abnehmer für das Produkt oder die Dienstleistung gibt und Gesetze eingehalten werden. Das hat zur Folge, dass Branchen entstanden sind, die nur darauf aus sind Einfluss auf die Politik (Lobbyismus) und auf unsere Bedürfnisse (Marketing) auszuüben. Diese Branchen schaffen also keinen Mehrwert für uns als Bevölkerung, sondern haben eine ganze Reihe von Nachteilen für uns.

Lobbyismus

Wirtschaftliche Unternehmen dürfen um konkurrenzfähig zu bleiben und ihren Anlegern gerecht zu werden nicht im Interesse von Ethik oder Nachhaltigkeit handeln, solange dies keinen Marktvorteil mit sich bringt. Diese Interessengruppen verfügen aber im Kapitalismus beinahe über sämtliches Kapital und nutzen dies auch um die gesetzlichen Rahmenbedingungen in ihrem Interesse zu beeinflussen. Tatsächlich ist zu beobachten, dass Bereiche in denen wenig Geld zu verdienen ist und daher keine echte Lobby existiert, völlig vernachlässigt werden. Ein Beispiel dafür ist das staatliche Bildungssystem.

Marketing

Marketing ist längst ein ausgefeiltes wissenschaftliches Themengebiet geworden in dem es unter anderem darum geht durch Mittel wie Hirnforschung und angewandte Psychologie unser Kaufverhalten zu beeinflussen. Dazu werden Botschaften erdacht die auch an Minderwertigkeitskomplexe, Zugehörigkeitsgefühle und Geltungsbedürfnis adressiert sind. Die meisten Menschen in Industrienationen kennen es auch gar nicht mehr anders, bereits ihre Eltern wuchsen in einer Gesellschaft auf die von Werbebotschaften durchsetzt war. Heute sind die Menschen auf allen gesellschaftlichen Ebenen in erster Linie zu Konsumenten geworden und viele identifizieren sich auch mit ihrem Konsumverhalten. Bestimmte Marken und Gegenstände sind mit einem hohen ideologischen Wert aufgeladen der unabhängig vom Nutzen eines Gegenstands ist. Es geht soweit dass sogar unsere Schönheitsideale, Verständnis von Ästhetik und Wertvorstellungen durch marktwirtschaftliche Prinzipien massiv bestimmt werden.

Materialismus

Wir leben in einem System, in dem die Ideologie des Materialismus allgegenwärtig ist und es als erstrebenswert angesehen wird sein Lebensglück oder Selbstverwirklichung vor allem im materialistischen Sinne anzustreben. Naturvölker, Geistliche und viele andere Menschen beweisen jedoch dass es auch anders geht. Das Glücklichsein nicht mit Wohlstand korreliert sondern lediglich Unglücklichsein mit Armut zusammenhängt, gilt mittlerweile als bewiesen. Die Frage die sich daher stellt, lautet: Wie hoch ist der Anteil an sozialer Konditionierung bei unserem Kaufverhalten und Wertvorstellungen? Ist es freier Wille sich für Auto-Tuning zu begeistern statt für die Gestaltung des eigenen Gartens?

Dopamin und Kaufverhalten

Wir wissen dass eine Aktion die wir für eine Belohnung halten, einen Dopaminausstoß zur Folge hat. Unser gesamtes Verhalten wird von diesem Mechanismus beeinflusst. Egal ob soziale Anerkennung, Sexualität, aufregende Erlebnisse oder die Inbesitznahme eines Gegenstands. Dies ist auch der Grund dafür dass Substanzen die diesen Dopamin-Haushalt maßgeblich beeinflussen so ein hohes Abhängigkeitspotenzial besitzen und dazu führen können dass die Droge einen höheren Stellenwert einnehmen kann als alles andere im Leben. Dieser Mechanismus wird in einer modernen Konsumgesellschaft von den marktwirtschaftlichen Akteuren "missbraucht". Die Folge ist ein weitestgehend unvernünftiges Konsumverhalten von Medien, Lebensmitteln und anderen Produkten.

Die Alternative

Der Kapitalismus ist nicht zwangsläufig das Problem. Wie die Industrie im Kapitalismus agiert, hängt schließlich von unseren Konsumentscheidungen ab. Durch den Kauf eines Produkts unterstützen wir die dahinter stehende Ideen und Menschen. Wer gegen soziale Ungerechtigkeit ist, treibt diese dennoch durch seine Konsumausgaben voran, solange er nicht damit beginnt diese sehr bewusst zu treffen. Nachhaltigkeit und Ethik könnten für Unternehmen auch zu Notwendigkeiten werden, um überhaupt auf dem Markt bestehen zu können. Alles was es dazu braucht ist mündige Konsumenten, die aus dem durch Werbebotschaften künstlich geschaffenen Wertvorstellungen ausbrechen und Selbstverantwortung übernehmen. Ein wichtiger Bestandteil kann dabei sein sich Werbebotschaften zu entziehen und das eigene Konsumverhalten komplett in Frage zu stellen. Leider lebt die Mehrheit auf eine Weise in der wenig Zeit und Mittel zur Verfügung stehen um sich mit diesen Dingen zu beschäftigen. Ein Weg sich diesen "Luxus" langfristig zu ermöglichen ist es, im eigenen Leben völlig über eine völlig andere Herangehensweise nachzudenken. Das Gründen eines weitestgehend selbstversorgenden Familienlandsitz als Teil einer Siedlung, ist eine Möglichkeit sich von vielen Zwängen zu befreien.

Es geht aber auch in kleineren Schritten, wichtig ist die Erkenntnis dass es nicht um Verzicht geht sondern darum die Auslöser für die Ausschüttung von Dopamin selbst zu wählen. Dies bedeutet Selbstermächtigung und kann zu mehr Lebensqualität sowie Selbstverwirklichung führen. Desto mehr Menschen dies vorleben und desto mehr wir unsere Nachkommen in diesem Bereich ausbilden umso besser sind unsere Aussichten als Spezies. Fällt es schwer sich zu regelmäßigem Sport aufzuraffen bis man dahingehend konditioniert ist das man es nicht mehr missen möchte?

Ja, Aber es lohnt sich.

Ob dir das Herz aufgeht wenn du dein brandneues, hart erarbeitetes Auto aus dem Autohaus abholst oder eine Schule für Kinder eröffnest für die es die gesamte Welt ausmacht, ist nicht in deiner Genetik verankert. Es ist noch nicht einmal deine freie Entscheidung gewesen... Jeder sollte mal darüber nachgedacht haben welches davon ein länger anhaltendes Glücksgefühl produziert.

WIE WIR DAS SYSTEM VERÄNDERN KÖNNEN

DIE FAMILIENLANDSITZBEWEGUNG

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